Berliner Wassertisch, Sprecherteam 17.04.2012
“Heute hüh, morgen hott” – so könnte man die Informationspolitik der Berliner Wasserbetriebe beschreiben. Am vergangenen Donnerstag ließen sie verlauten, “in diesem und im nächsten Jahr nicht an der Tarifschraube drehen zu wollen”. Am heutigen Dienstag läßt Chef Jörg Simon höchstpersönlich alles offen und verweist auf 34 Millionen Euro Gewinn, die den Gesellschaftern bei einem Verzicht auf eine 2,9prozentige Preissteigerung entgingen. Dass das Bundeskartellamt die Berliner Wasserpreise als Monopolmissbrauch ansieht und daher Preissenkungen verlangt, bleibt dabei natürlich unerwähnt.
Die Bilanz-Pressekonferenz der BWB bestätigte, dass die Abzocke der Berliner Wasserverbraucher weiter geht. 124 Mio. Euro Gewinn gingen an RWE und Veolia, an das Land 108 Mio. Euro. Wasser bleibt trotz gesunkenen Verbrauchs ein einträgliches Geschäft – zu Lasten der Berlinerinnen und Berliner.
Angeblich habe das Unternehmen 56,5 Millionen Euro weniger eingenommen als geplant, führte Jörg Simon aus. Seine Behauptung, das Unternehmen dürfe die entgangenen Erlöse innerhalb von sechs Jahren über höhere Preise zurückverlangen, ist allerdings nicht nachzuvollziehen: das Berliner Betriebe-Gesetz lässt den Ausgleich von “Kostenunterdeckungen” nur innerhalb von zwei Kalkulationszeiträumen, d.h. vier Kalenderjahren, zu.
Der Berliner Wassertisch sieht sich in seiner Position bestätigt: Die Beutegemeinschaft von Land und Privaten muss beendet werden. Der Regierende Bürgermeister muss seiner Ankündigung vom März 2011, in diesem Jahr würden die Preise sinken, endlich Taten folgen lassen. Als erster Schritt ist die Verfügung des Bundeskartellamts zur Preissenkung sofort umzusetzen.
Kontakt:
Ulrike Kölver, Tel. (030) 217 25 07
Gerhard Seyfarth, Tel. 0170 200 49 74

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